Weihnachten mit Kinderwunsch

Wie überlebt man Weihnachten mit Kinderwunsch? Die Feiertage mit der Familie können für manche Kinderwunsch-Paare eine große Herausforderung sein. Da sind die Großeltern, die vielleicht taktlos fragen: „Und, wann ist es denn bei Euch endlich so weit, wollt ihr gar keine Kinder? Da ist die Schwester, mit ihren zwei kleinen Kindern, die schon zum dritten mal hochschwanger ist und sich für Dich freut: „Hast Du es gut, Du kanns so lange schlafen wie Du willst und hast immer Zeit für Dich, ich komme noch nicht mal mehr zum Haarewaschen!“. Dabei gäbe es nichts, was Du Dir sehnlichster wünschtest, als mit ungewaschenen Haaren, von früh bis spät mit den Kindern zu tun zu haben Bauklötzchentürme um sechs Uhr morgens zu bauen.

Wie kann man es schaffen, diese Zeit zu überstehen, in der sich alles um die Kinder und den Nachwuchs dreht?

Grundsätzlich bin ich ja ein großer Fan von den Kinderwunschfrauen, die es schaffen einfach gerne mit Schwangeren, mit ihren „Nichten und Neffen oder den Kindern anderer Leute zusammen zu sein. Die das Leben in der Großfamilie einfach genießen können, anstatt ständig ihren eigenen unerfüllten Kinderwunsch zu denken. Aber wie kommt man dort hin? Kann man das lernen oder ist es naturgegeben?

Grundsätzlich ist das natürlich bei jedem individuell unterschiedlich. Manche Frauen kamen in meine Praxis und meinten: „Ich weiß, das ist nicht schön, aber ich bin so unglaublich neidisch, ich  kann einfach keine Schwangere in der U-Bahn sehen, ohne dabei zu denken: Die blöde Kuh hat es geschafft, und bei mir klappt es nicht! Und zwischen diesen beiden Extremen gibt es noch unendlich viele Nuancen. Frauen, die eigentlich mit den Kindern und Schwangeren in der Umgebung gut klar kommen aber bei den entsprechenden Kommentaren dann doch empfindlich reagieren. Das ist mehr als verständlich denn es ist ja auch Deine tiefer inniger Wunsch, der schon so lange unerfüllt bleibt.

Deshalb habe ich 6 einfache Schritte ausgearbeitet, wie Du zu mehr Gelassenheit und einer positiven Haltung im Umgang mit Deiner Familie kommst und so die Weihnachtszeit und die Tage danach genießen kannst.

6 Schritte für eine gelassene Weihnachtszeit

  1. Es ist nicht Deine Schuld! Der erste Schritt ist es, Dir nochmal ganz klar zu machen: Du kannst nichts dafür. Es gibt 1001 Gründe, warum Frauen UND Männer immer unfruchtbarer werden, aber kaum einen hast Du zu verantworten. Warum? Dir wurde von Ärzten, Medien und der Gesellschaft immer suggeriert, dass alles gut so ist, wie es ist. Du kannst jetzt zwar etwas ändern, aber Du kannst die Vergangenheit nicht rückgängig machen. Selbst wenn es Deine Entscheidung war, nicht früher Kinder zu bekommen, ist es nicht Deine Schuld, dass es jetzt nicht klappt. Genauso wenig, wie ein Kind, das Asthma bekommt Schuld an seinem Asthma ist oder eine Frau, die Brustkrebs hat, Schuld an ihrem Brustkrebs ist. Unerfüllter Kinderwunsch ist ähnlich wie eine Krankheit, eine gesundheitliche Störung, für die es viele Ursachen gibt. Also hör auf, Dir die Verantwortung aufzubürden.
  2. Du bist nicht schlechter oder besser, als irgendeine Frau, die schwanger wird oder Kinder hat. Kürzlich bekam ich ein Video, in dem ein Sprecher einen 50 Euro Schein zeigte und das Publikum fragte: Wer will den haben? Viele Hände hoben sich. Dann zerknitterte er ihn: Wer will ihn jetzt noch haben? Genauso viele Hände. Dann trat er mit den Füßen darauf: Wer jetzt noch? Immer noch genauso viele Hände. Dann tat er so als wische er sich den Po damit, oder spucke darauf: Wer jetzt noch? Immer noch die meisten Hände oben. Und warum: Weil dieser 50 Euro Schein immer noch genauso viel Wert ist.
    Und das gilt für jeden Menschen: Du bist nicht mehr oder weniger wert wenn Du alt oder jung, besser verdienend oder schlechter verdienend bist. Du bist nicht weniger wert, weil Du krank oder gesund bist. Und Deine Freundin oder Schwester ist nicht mehr oder weniger Wert als Du, nur weil sie Kinder hat. Dein innerer Wert bleibt immer gleich! Und er ist für jeden Menschen gleich.
    Ein Ausdruck für diese Gleichwertigkeit oder auch Gleichwürdigkeit ist die Nächstenliebe. „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“, bedeutet vor allem auch: Du sollst Dich selbst lieben! Und das feiern wir an Weihnachten – die Geburt der Nächstenliebe, das Füreinanderdasein, die Zusammengehörigkeit in der Familie, egal wer wir sind oder woher wir kommen.
  3. Bereite Deine Familie darauf vor: Wenn die Eltern, Geschwister oder Großeltern es nicht wissen sollten: Sag es ihnen. Und sag ihnen gleich, dass es ein schwieriges Thema für Dich ist, dass Du es nicht vor allen diskutieren möchtest. Und mach ganz klar, welche Fragen, Kommentare oder Vergleiche Du nicht hören willst. Das hilft allen, nicht nur Dir. Denn für wen ist es denn angenehm (schon wieder) in ein Fettnäpfchen getreten zu sein, das er nicht kannte, oder den anderen unwissentlich zu verletzen. Allen wird es besser gehen, wenn sie wissen, woran sie sind, und alle werden darauf Rücksicht nehmen
  4. Mach Dir selbst ein dickes Geschenk: Überlege Dir genau, was Dir im nächsten Jahr richtig gut tun würde und mach Dir selbst ein großes Geschenk. Wichtig ist, dass es ein angenehmes Geschenk ist und etwas, was Dir gut tut. Zum Beispiel ein kleiner Urlaub, ein Wochenende im Ayurveda Hotel oder ein schöner Workshop, ein Yoga Kurs oder zum Beispiel unser QiGong Retreat.
    Mach Dir einen wunderschönen Gutschein dafür oder schreibe Dir selbst einen Brief, in dem Du Dir das schenkst. Und nicht vergessen: Echt ist es nur, wenn Du es gebucht hast, sonst kannst Du es ja wieder absagen.
    So hast Du etwas sehr Schönes, worauf Du Dich nächstes Jahr freuen kannst.
  5. Nimm Dir Zeit für Dich. Familie ist schön aber Zeit für Dich ist auch wichtig und entspannend. Nutze die freie Zeit und gehe spazieren, fahr einen Tag nochmal alleine weg oder kuschele Dich auf Deinem Sofa mit einem guten Buch ein. Nimm Dir Zeit, Dich zu entspannen. Voraussetzung: Der Kinderwunsch wird für diese Feiertage an den Nagel gehängt. Die Zeit zwischen den Jahren wird auch deshalb so genannt, weil sie traditionell eine Zeit war, in dem man in die Ruhe ging, nach Innen schaut und auch alle Arbeiten ruhen ließ. In dieser Zeit kann man gut das Alte abschließen und etwas Neues beginnen.
  6. Schließe das Jahr ab und plane das neue Jahr. Ein Jahresrückblick kann ganz einfach sein: Gehe Deinen Kalender durch, schreibe auf, was in welchen Monaten passiert ist und male es in einen Jahreskreis. Besprich mit Deinem Mann oder einer Freundin, was das mit Dir gemacht hat. Weine Deine Tränen und freue Dich über die schönen Momente.
    Schreibe Dir auf Zettel die Dinge auf, die Du abgeben, ablegen möchtest. Z.B. Angst, Sorgen oder Ungeduld. Und verbrenne diese Zettel feierlich.
    Schreibe Dir auf Zettel, was Du Dir sattdessen einlädst. Affirmationen, schöne Sätze wie: „Ich bin eine starke Frau und ruhe in mir.“ Diese klebst Du überall hin, damit Du sie immer siehst: In den Kalender, an den Rechner, an den Kühlschrank.
    Feiere Dich und Deine Erfolge: Schreibe Auf, wie mutig, wie stark und wie aktiv Du warst. Male oder gestalte zu jeder Eigenschaft, zu jeder Errungenschaft, zu jedem Erfolg ein kleines Bild. Klebe auch diese Bildchen oder Symbole überall dort hin, wo Du sie im nächsten Jahr sehen kannst.
    Wenn Du das neue Jahr planst, ist dies auch eine gute Gelegenheit zu planen, wie Du weiter mit dem Kinderwunsch umgehst: Wie lange willst Du es noch natürlich probieren. Falls eine künstliche Befruchtung ansteht, wann ist das, wie bereitest Du Dich vor und was tust Du danach (im Falle des Erfolges und auch des Nichterfolges).
    Visioniere Dein Leben mit Kind(ern) und male Dir ein Bild davon, wie es jetzt ist und wie es sein wird wenn Du Kinder hast. Ganz detailliert. Und dann fängst Du nächstes Jahr an, jeden Tag einen Schritt für diese Vision zu tun.

Ich hoffe Diese Ideen helfen Dir, vielleicht kannst Du ein paar davon nutzen und Dich dadurch besser durch die Weihnachtszeit bringen.

Alles Liebe, eine wundervolle, festliche Zeit. Lass Dich verwöhnen und feiere Dich!

Andra

 

Foto: Caleb George auf Unsplash.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.